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Fiatagri F100-F140 "Winner"

Fiatagri Traktoren Serie Winner F100-F140

Anfang 1990 ersetzen die völlig neu konstruierten Fiatagri Traktoren der Serie Winner, F100, F110, F120 & F130 die Modelle 100-90 bis 130-90.

Die Motoren waren die gleichen wie in den Vorgängermodellen, mit kleinen Änderungen. Im Topmodell F130 kam ein Turbolader zum Einsatz.

Die Motoren

Die 6-Zylindermotoren des Typs 8065 bildeten die Basis der neuen Fiat Winner Traktoren. 

In einer Serie von komplett neu entwickelten Traktoren, wurden die Motoren weitestgehend aus der Vorserie beibehalten.

Die Höchstdrehzahl wurde von 2500 u/min auf 2300 u/min gesenkt, wobei das Drehmoment durchschnittlich um 5% erhöht wurde. Das Höchstdrehmoment lag bereits bei 1300 u/min an. Alle Motoren waren mit einer Verteilereinspritzpumpe ausgestattet.

Serienmäßig verfügten die Winner über eine Thermostart-Anlage. Über eine Glühkerze wird in der Ansaugleitung, Kraftstoff verdampft, was einen problemlosen Kaltstart bei niedrigen Temperaturen ermöglicht.

 

32+16 Gang Hi-Lo Getriebe
32+16 Gang Hi-Lo Getriebe

Das Getriebe

Drei Getriebevarianten standen zur Auswahl:

-20+16 Gang Eco Speed (40 Km/h)

-32+16 Gang Hi-Lo (30 Km/h)

-32+16 Gang Hi-Lo (40 Km/h)

Alle drei Varianten waren mit einer synchronisierten Wendeschaltung ausgestattet und konnten auf Wunsch mit Kriechganggetriebe ausgerüstet werden.

Das Eco Speed Getriebe verfügte über 5 synchronisierte Wechselgänge in 4 Gruppen.

 

 

 

Das 32+16 Gang Hi-Lo Wende-Lastschalt-Getriebe

verfügte über eine elektrohydraulische Lastschaltung, welche die 16 Gänge verdoppelte. Vorwärts ergaben sich so in jeder Gruppe acht fein abgestufte Gänge. Durch verschieben des Schalthebels nach links bzw. rechts schaltete man ohne zu kuppeln hoch bzw. runter.

Das Hi-Lo Getriebe bot somit Gangwechsel unter last, ohne Zugunterbrechung.

 

Die Kabine

Die auf Silent-Blöcken gelagerte Kabine bot viel Platz und Beinfreiheit sowie eine gute rundumsicht, besonders im Vergleich zu der Vorserie war die Kabine eine große Verbesserung. Auf dem Tachodisplay waren alle wichtigen Informationen kompakt zusammengefasst. Alle wichtigen Bedienelemente, wie Gangschaltung, Steuergeräte, Zapfwellendrehzahl sowie Hydraulik waren auf der rechten Seite des Fahrers angebracht. Ein Luftfedersitz, ein Radio sowie eine optionale Klimaanlage boten dem Fahrer Komfort für lange Arbeitstage. 

 

Das Allradsystem

Zur Zeit der Winner Vorstellung waren Fiat-Allradtraktoren die meistverkauften weltweit.

 

Der Allradantrieb wird über einen Kippschalter im Armaturenbrett elektrohydraulisch unter Last zu- und abgeschaltet.

Die Differentialsperre wird ebenfalls über einen Kippschalter betätigt wodurch eine 100%ige Sperre erreicht wrid.

Beim betätigen des Bremspedals wird automatisch der Allradantrieb zugeschaltet um eine sichere Bremswirkung zu erreichen.

Die Elektronik

Bei den Traktoren der Serie Winner hat die Elektronik wichtige Kontroll- und Anwendungsfunktionen übernommen. Zur Überwachung der Funktionen ist im Armaturenbrett eine Check-Control Anzeige integriert. Symbolisch ist hier ein Traktor abgebildet und es werden alle Flüssigkeitsstände sowie Betriebstemperaturen überwacht. Sobald nun eine Störung auftritt kann diese sofort vom Fahrer erkannt und lokalisiert werden.

Sonderausstattungen

Fronthydraulik und Frontzapfwelle

Auf Wunsch waren für alle Winner Traktoren Fronthydraulik- sowie zapfwelle lieferbar.

Die Hubkraft der Fronthydraulik beträgt 4000Kp. Bei Bedarf können die Unterlenker demontiert werden.

Die Frontzapfwelle wird direkt vom Motor angetrieben und kann bei längerer nicht Nutzung vom Motor getrennt werden um Leistungsverluste sowie Verschleiß zu minimieren.

Elektrohydraulische Regelkraftheber

Auf Wunsch konnten die Traktoren der Serie Winner mit einer EHR ausgestattet werden.

Zwei Kraftmessbolzen erfassen die Zugkräfte und geben diese an die Elektronikbox weiter wo ein Soll/Ist Vergleich stattfindet.

Zur Regelung der Lage übermittelt ein Wegsensor die Stellung der Hubwelle und hält das Gerät in exakter Position. Beide Regelarten sind stufenlos zu mischen, auf der Elektronikbox befinden sich die Drehknöpfe für die Einstellung von :

-Lageregelung

-Zugwiderstandsregelung

-Einstellung der Senkgeschwindigkeit

-Einstellung der Hubhöhe

-Einstellung der Regelempfindlichkeit.

Zur externen Betätigung des Hubwerks, sind beidseitig am Kotflügel angebrachte Druckschalter.

Digitale Armaturen

Wahlweise können die Traktoren der Serie Winner mit einem digitalen Tacho ausgestattet werden. Die Anzeige erfolgt digital und grafisch.

Der Bordcomputer informiert den Fahrer über Arbeitsabläufe, Verbrauch und Leistung, Motordrehzahl, Zapfwellendrehzahl, tatsächliche Fahrgeschwindigkeit, Schlupfanzeige in %, Hektarzähler (Arbeitsbreite kann angegeben werden), Betriebsstundenzähler

Überarbeitung der Serie Winner

Im Herbst 1993 wurde die Serie Winner überarbeitet, optisch neu waren die Seitenteile der Motorhaube, welche nun über eine größere schwarze Fläche verfügten, die Fiat Streifen am oberen Kabinendach entfielen, außerdem gab es neue Außenspiegel mit verbesserten Halterungen.

 

Der neu vorgestellte Fiatagri F140 ersetzte den Fiatagri 140-90 und der F110 sowie der F120 wurden durch den F115 abgelöst.

Das Modell F100 bekam ebenfalls den 5,9l Motor anstelle des 5,4l Motors.

Neues Getriebe im F140
Neues Getriebe im F140

Das Getriebe der neuen Winner Generation wurde überarbeitet und deutlich verbessert, die Gruppenschaltung wurde nun mit dem äußeren Hebel geschaltet. Die Hauptgangschaltung saß fortan in der Mitte und die Lastschaltstufe wurde nicht mehr mechanisch durch das kippen des Hebels betätigt, sondern per Daumenklick am Schalthebel. Im F140 gab es das robustere 24/12 Hi-Lo Getriebe.

Impressionen

Fiatagri Winner F140 DT im Einsatz
Fiatagri Winner F140 DT im Einsatz
Fiatagri Winner 1993 Kabine
Fiatagri Winner 1993 Kabine
Vorstellung des Fiatagri F140 DT
Vorstellung des Fiatagri F140 DT

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Kommentare: 1
  • #1

    Felixx Baumann (Freitag, 04 Mai 2018 10:40)

    Starker, robuster und zuverlässiger Traktor. Zugkraft und Preis-/Leistungsverhältnis waren top, Rundumsicht klasse, Verbrauch sehr akzeptabel, nennenswerte Probleme wenig. Die überarbeiteten Modelle ab 1993 sind wirklich eine Empfehlung !